„Thailand ist für mich meine Herzensheimat"

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Angkana Neumayer beim Kochen.
© Alex Neumayer

Streetfood-Duft, buddhistische Gelassenheit und Orte, an denen die Zeit langsamer läuft: Für unseren neuen Reiseführer Soul Places Thailand hat Angkana Sirisaeng-Neumayer ihre Heimat auf der Suche nach deren Seele bereist. Im Interview verrät die Köchin und Autorin, welche Orte ihr besonders am Herzen liegen – und warum man in Thailand am besten langsam reist.

Porträt von Angkana Neumayer

Steckbrief: Angkana Sirisaeng-Neumayer

Herkunft: Geboren in der Provinz Khon Kaen im Nordosten Thailands

Ausbildung: Tourismusstudium in Chiang Mai, Ausbildung in Thai-Küche, Sushi-Herstellung sowie Obst- und Gemüseschnitzen

Auszeichnungen: Mehrfache Goldmedaillengewinnerin bei der Olympiade der Köche und beim Culinary World Cup

Bücher: Co-Autorin und Food-Stylistin von 13 Kochbüchern, alle gemeinsam mit ihrem Mann Alex Neumayer, Küchenchef und Fotograf

Heute: Lebt in Bad Hofgastein (Österreich) und gibt Kurse im Kochen sowie im Obst- und Gemüseschnitzen

Was macht Thailand in Ihren Augen besonders?

Wir Thais sind ein sehr freundliches und höfliches Volk. Thailand ist landschaftlich sehr vielfältig, und Familie und Kultur prägen unser Leben stark. Streetfood ist in Thailand mehr als nur Essen: Es ist eine Lebensphilosophie und fester Bestandteil des Alltags aller Thais – die Seele des kulinarischen Lebens.

„Streetfood ist in Thailand mehr als nur Essen – es ist eine Lebensphilosophie.“

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Buch zu schreiben?

Ich hatte schon mehrere Kochbücher über Thailand gemeinsam mit meinem Mann verfasst. Es lag mir am Herzen, über meine schöne Heimat, auf die ich sehr stolz bin, ein Buch mit meinen Lieblingsplätzen zu schreiben.

Was bedeutet „die Seele Thailands“ für Sie persönlich?

Die Seele Thailands ist das entspannte, vom Buddhismus geprägte Leben. Die vielen Feste, bei denen Landbevölkerung und Familien zusammenkommen und in gelöster Atmosphäre gemeinsam essen und trinken. Und der Besuch kleiner Dörfer, wo der Alltag noch gemächlicher abläuft, überall Streetfood duftet und der Blick über schöne Landschaften schweift.

Welche Orte im Buch liegen Ihnen besonders am Herzen?

Eigentlich viele! Eine kleine Reise von Nord nach Süd:

Norden

Die Gegend um Mae Hong Son ist wunderschön. Hier kann man mehrere Tage verbringen – es gibt so viel zu sehen – und einfach mal die Seele baumeln lassen.

Nordosten

Ein Sonnenaufgang am Red Lotus Lake, wenn sich Tausende rosa Seerosen öffnen, ist einfach beeindruckend.

Zentralthailand

Ich liebe den Ta Ka Floating Market – Marktleben direkt auf dem Wasser.

Bangkok

Meine Lieblingsmetropole! Die engen Gassen von Chinatown, der Rot Fai Retromarkt oder bei Sonnenuntergang mit dem Hop-on-hop-off-Boot den Fluss entlang – ich könnte noch so vieles aufzählen.

Süden

Das wenig besuchte Koh Bulon ist Entspannung pur. Unvergessen: Koh Muk mit seinem Charlie Beach, wo man bei Reggae-Vibes den Tag ausklingen lässt. Und in der Provinz Songkhla steckt der Tourismus noch in den Kinderschuhen – einige Tage am Songkhla-See lohnen sich absolut.

Viele kennen vor allem Bangkok, Phuket und Koh Samui. Was entgeht ihnen, wenn sie nur an diesen Orten bleiben?

Phuket und Koh Samui sind seit Jahrzehnten bekannt, aber deshalb auch mit Sonnenanbetern überfüllt. Inzwischen wurden im Süden viele neue Ziele erschlossen, mit fabelhafter Natur, tollen Stränden und Tauchspots. Wer nur auf Phuket und Samui urlaubt, lernt das wahre Thailand nie richtig kennen und schätzen.

Bangkok dagegen ist ein Muss. Aber auch hier gilt: nicht den üblichen Touristentouren folgen, sondern die Stadt auf eigene Faust erkunden. Bangkok hat ein tolles Skytrain- und U-Bahn-Netz. Fahren Sie dorthin, wo keine Touren angeboten werden!

Was vermissen Sie aus Thailand, wenn Sie in Österreich sind – und umgekehrt?

Im Winter natürlich die Wärme Thailands, und immer meine Familie und Freunde. Umgekehrt: Wenn ich länger in Thailand bin, freue ich mich darauf, wieder zu Hause in meinem Garten zu sein.

Und wenn man nur eine Woche Zeit hat?

Das kommt darauf an, ob man lieber baden oder reisen möchte. Einige Tage in Bangkok sind aber ein Muss. Wer Thailand besucht, sollte nicht überhastet reisen. Das wahre Leben und die Kultur lernt man am besten an den weniger besuchten Orten im Norden und Nordosten kennen. Und authentisch und gut essen kann man ohnehin dort, wo weniger Touristen sind.

„Weniger ist mehr. Entschleunigen und die Atmosphäre aufsaugen – das ist hier das Motto.“

Angkana Neumayer

Angkanas Lieblingsgericht

Miang Kham

Fingerfood im Pfefferblatt

Eines meiner vielen Lieblingsgerichte! Verschiedene fein geschnittene Zutaten werden in Cha-Phlu-Blätter (Pfefferblätter) gewickelt und mit einer würzigen süß-sauer-scharfen Dip-Sauce gegessen. Ein typisches Fingerfood – eine wahre Geschmacksexplosion im Mund.

Wo es das gibt: auf vielen Streetfood-Märkten und im Restaurant Ruen Malika, das ich auch im Buch empfehle.

 

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